Tag der kulturellen Vielfalt

am Tag der Deutschen Einheit

Fotos des Ausländerbeirats vom Tag der kulturellen Vielfalt am Tag der Deutschen Einheit.

Pressemitteilung der Stadt Marburg, Freya S. Altmüller, i. A. d. Stadt Marburg.

Tag der Deutschen Einheit

1600 Menschen besuchen Tag der kulturellen Vielfalt

Auch in diesem Jahr hat die Stadtgesellschaft in Marburg wieder den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam mit dem „Tag der kulturellen Vielfalt“ gefeiert. Vor dem Erwin-Piscator-Haus informierten Vereine und Initiativen über ihre Arbeit, auf der Bühne vor dem KFZ gab es Konzerte und Kinderprogramm. 1600 Menschen besuchten das Begegnungsfest.

Auf dem Platz vor dem Erwin-Piscator-Haus präsentierten sich am Sonntag rund 25 Vereine und Initiativen. Darunter etwa der Marburger Islamische Kulturverein Hadara oder der Verein Integration der Afghanischen Geflüchteten. Auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf war vertreten, mit seinem Büro für Integration. Dort gab es Infos über die App „Integreat“, mit der sich neu angekommene Menschen informieren können, sowie über den Dolmetscherservice „DolMa“.

Das Fest wurde von der Stadt, dem Ausländerbeirat sowie dem KFZ organisiert. „Ich finde die Veranstaltung eine tolle Sache“, so Marzia Marciano-Ruffing, Zweite Vorsitzende des deutsch-italienischen Vereins „Il ponte“. Durch die vielen Vereine auf dem Fest lerne man auch Realitäten in der Stadt kennen, die einem sonst nicht begegneten. „Il Ponte“ trug auch zum Kinderprogramm bei: Mit Gitarre und kleinem Chor brachten Vertreterinnen des Vereins dem Publikum das italienische Kinderlied „Viva la Gente“ bei. „In dem Lied geht es um die Freude, um sich herum zu schauen und Leute zu sehen“, erklärte Marciano-Ruffing. Nach einer langen Phase eingeschränkter sozialer Kontakte sei das genau das Gefühl, das viele Menschen hätten.

Die Initiative für Menschenrechte und Freiheit (IHRF) bot an ihrem Stand eine Malaktion für Kinder an. Und auch für die Bühne hatte der Verein etwas für die jungen Gäste organisiert: Puppenspieler Vural Arisoy ließ Marionetten zu traditioneller und moderner Musik tanzen. Zum Titelsong des Films „Fluch der Karibik“ spuckte eine Puppe Feuer, eine andere sang als Michael Jackson und eine Clown-Marionette besuchte die Kinder im Publikum.

Auch der Deutsch-Schwedische Freundschaftsverein Marburg steuerte etwas zum Kinderprogramm bei. Der Verein will eine Bibliothek aufbauen, in der der Roman „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren in 77 Sprachen zu lesen ist. Auf der Bühne vor dem KFZ lasen Mitglieder des Vereins und Gäste auf rund 20 Sprachen aus dem Kinderbuch vor, und zwar alle den einen Satz: „Wer sehr stark ist, muss auch sehr lieb sein.“ Aber auch Blindenschrift wurde vorgelesen und die schwedischen Gebärden für „Pippi Langstrumpf“ gezeigt. 

Beim Bewohnernetzwerk für Soziale Fragen (BSF) konnten die Gäste Bingo spielen und bei der „Nähstube grenzenlos“ allerlei Selbstgenähtes erwerben, um damit Spenden an internationale Hilfsorganisationen zu unterstützen.

Nach dem Kinderprogramm hieß es Bühne frei für Konzerte: Den Anfang machte „Sono Orientalis“. Die vierköpfige Formation aus der Türkei, Madagaskar und Deutschland spielte orientalische Melodien mit Saxophon, Klarinette, Laute, Gitarre und Trommel. „Sonido Aguajal“ brachte im Anschluss das Publikum mit lateinamerikanischer Musik zum Tanzen. Zu acht spielte die Gruppe vor allem Lieder der Musikrichtung Cumbia. „Ich mag es, dass die Musik hier mal etwas anders ist“, sagte Eva Wolf aus Homberg (Ohm), die mit ihrem Sohn vor der Bühne tanzte. 

Ein besonderes Highlight war  der Auftritt der französischen Drag-Queen-Gruppe „La Coloc Drag“, die gerade im Rahmen des 60 jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft mit Poitiers in Marburg weilten. Den Abschluss machte eine Capoeira-Gruppe. Begleitet von Perkussionsinstrumenten und Gesang spielten jeweils zwei Mitglieder miteinander – sie tanzten und kämpften zugleich. 

Im Erwin-Piscator-Haus war die Ausstellung „Fuck it – I’m alive!“ zu sehen, die Fotos von Menschen mit einer Brustkrebs-Erkrankung zeigt. Die Bilder von Iris Edinger werden noch bis zum 29. Oktober ausgestellt.

Pressemitteilung der Stadt Marburg, Freya S. Altmüller, i. A. d. Stadt Marburg.